Sieben lange Jahre war absolut „Tote Hose“ in der Emscher -Lippe-Halle.
Die Halle war lange Jahre Heimspielstätte der Schalker Haie. Zwischenzeitlich diente sie als Flüchtlingsunterkunft und Corona Impfzentrum.
Vor knapp einem Jahr keimte ein Hauch von Hoffnung auf, die Halle doch noch einmal als Eissporthalle nutzen zu können. Mal mehr on, mal mehr off und letztlich lange Zeit ohne klares Bekenntnis verstrich viel Zeit. Mit dem „Go“ des Gelsenkirchener Stadtrats im Sommer für eine überschaubare Anschubfinanzierung und dem neuen Hallenbetreiber Dr. Martin Brodde gelang es tatsächlich in kürzester Zeit wieder Eis in die Halle zu bekommen.

In der Schublade der Kommune lagen schon Pläne die Halle abzureißen und dort eine Gesamtschule zu bauen. Nun hat die Halle erst einmal für zwei Jahre wieder Lebenslicht erhalten. Der EHC Gelsenkirchen hat mit vielen ehrenamtlichen Kräften in unzähligen Stunden die Halle in kürzester Zeit gereinigt und wieder betriebsbereit gemacht. Hut ab vor dieser unglaublichen Energieleistung!
Aber nicht nur das. In wenigen Wochen ist es dem EHC Gelsenkirchen gelungen mehrere Nachwuchsteams, ein Damenteam und eine Seniorenmannschaft zu melden. Die Schalker Haie starten ganz unten in der Bezirksliga mit einem absoluten Amateurteam. Die Zeiten, in denen man mehr schlecht als recht bis nach Bielefeld reiste, um zu unmöglichen Zeiten zu trainieren, gehören der Vergangenheit an. Am Samstag feierte der EHC-Saisoneröffnung. Ein Feiertag für den Eissport im Schatten der Veltins-Arena.
Die Fans haben ihre Haie auch nicht vergessen. Einen Fanclub gibt es schon und man hat sogar schon jetzt beachtliche 253 Dauerkarten an den Mann und die Frau gebracht. „Wir genießen diesen Moment und man wird sehen, wohin es führt“, sagt Vorstandsmitglied Matthias Begel.
Die Halle kann bis zu 2500 Zuschauer fassen. Damit scheint einiges möglich, wenn man es seriös angeht.
Betreiber Dr. Martin Brodde lässt seine Erfahrungen als Betreiber der Halle in Bergkamen in Gelsenkirchen einfließen. In Bergkamen wird das Eissportangebot seit einigen Jahren gut angenommen. Den Eissportfreunden in Gelsenkirchen kann man nur gutes Gelingen wünschen. Wird der Eissport wieder angenommen, dann hat man einen absoluten Trumpf im Ärmel, um die Halle auch über die zunächst bezuschussten zwei Jahre betreiben zu können.
Von Gelsenkirchen geht aber auch ein Signal raus an die Hockey-Nation. Jahr für Jahr werden Essporthallen geschlossen. Mal sind es der mangende Brandschutz, einsturzgefährdete Dächer, defekte Kühlanlagen oder einfach zu hohe Kosten, die die Abrissbagger anrücken lassen. Gelsenkirchen zeigt, dass es sich lohnt für den Erhalt der Spielstätten zu kämpfen, Kräfte zu bündeln und in den intensiven Austausch mit den Kommunen zu gehen. Wir brauchen mehr Gelsenkirchens!
Bleibt noch die Frage, wie der DEB und mit seinem ambitionierten Programm „DEB 2034“ und dem Bestreben Spielstätten zu erhalten und 25 neue Spielflächen bis 2034 zu schaffen, für solche Projekte ins Boot geholt werden kann? Dazu war am Samstag bei der Saisoneröffnung nämlich so gut wie gar nichts zu hören.
Eine Garantie die Halle länger als die zunächst bewilligten zwei Jahre zu erhalten gibt es natürlich nicht. Aber es lohnt sich zu kämpfen. Die Chancen scheinen nicht schlecht zu stehen. (MK)
Über „Die Drittelpause“: In der sogenannten „Drittelpause“ greifen verschiedene Autoren aktuelle Themen auf und beziehen hier klar persönlich Stellung. Hierbei wird Nebensächliches zur Hauptsache gemacht und umgekehrt. Es wird gerne überspitzt, frech und vielleicht auch manchmal einfach nur „anders“ argumentiert und kommentiert. Mal laut, mal leise, mal mit einem Augenzwinkern und mal mit dem Dampfhammer oder in Satireform. „Die Drittelpause“ ist nicht zwingend neutral und ausgeglichen, sie ist die oft persönliche Meinung des Autors / der Autorin und soll Anlass zur Diskussion bieten

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