Neuss. (EM) Die ersten beiden Spieltage sind in den DEL-Statistikbüchern.
Nur zu gerne betonen Trainer und Spieler vor dem Saisonstart Jahr für Jahr, dass man ja nie genau weiß, wo man leistungsmäßig steht. Nun wissen es alle 14 DEL-Teams und können an den Schwachpunkten weiterarbeiten.
Wie jedes Jahr haben alle Experten und die, die glauben es zu sein, vor dem Saisonstart ihre Prognosen abgegeben. Es gehört zur in den letzten Jahren oft bestätigten Wahrheit, dass Geld im Eishockey über die gesamte Saison betrachtet Tore schießt und entsprechend Punkte holt. Garantien für dauerhaften und planbaren Erfolg gibt es dennoch nicht. Aber keine Frage: Geld mindert Sorgen, auch im Eishockey.
Ice Tigers legen nach verkorkster Vorbereitung Traumstart in der Liga hin, Bremerhaven souverän, Wolfsburg mit starken Auftritten
Positiv überrascht haben an diesem Wochenende zweifelsfrei die Nürnberg Ice Tigers. Kein einziges Testspiel gewonnen und dann mit zwei Siegen gegen Augsburg und in Ingolstadt gleich mal an die Tabellenspitze gesetzt. Die Ice Tigers und ihre Fans haben positiv überrascht und dürfen den Platz an der Sonne genießen. Die neuen Imports Magera und Cates scheinen zu passen. Aber auch ein Noah Samanski scheint sein Talent auch in der DEL unter Beweis stellen zu können.
Auch die Fischtown Pinguins kommen ohne Verlustpunkte aus dem Wochenende. Beim Aufsteiger in Krefeld muss man erst einmal bestehen. Gegen Iserlohn lief längst nicht alles rund beim Sulzer-Team, aber trotz zum Teil dummer Strafen im Schlussdrittel war man clever genug den Dreier in der Seestadt zu behalten.
Die Grizzlys Wolfsburg haben unter Tyler Haskins ihre Konkurrenzfähigkeit belegt. Nach dem überraschend deutlichen Sieg in Köln (4:8) folgte gestern ein 4:3 Sieg nach Verlängerung gegen München. Fünf Punkte aus zwei Spielen gegen Teams, die keine Laufkundschaft in der Liga sind, zeigen auf, wozu die Grizzlys in der Lage sein könnten.
Frankfurt und Mannheim mit positiven Auftritten
Die Löwen Frankfurt haben nach dem klaren Sieg in Schwenningen auch in Köln gezeigt, dass sie in der Lage sind eine bessere Saison als 25/26 zu spielen. Tom Pokel scheint mit seinem erfahrenem Team auf dem richtigen Weg zu sein. Goalie Scheel wusste zu gefallen.
Mannheim geht mit vier Punkten aus dem Weekend. Ein Punkt in München und drei gegen den Dauerrivalen Berlin machen Hoffnung auf eine sehr lange Saison.
Krefelds Oldies glänzen als Doppelpacker in Straubing

Augsburg, Krefeld, Berlin, München und Ingolstadt stehen mit drei Zählern im Tabellenmittelfeld. Kurz und knapp wechselten hier Licht und Schatten. Krefeld hat gezeigt, dass es mithalten kann. Beachtlich: Die „Eishockey-Vorruheständler“ Müller und Gogulla trafen beim Sieg am Sonntag in Straubing jeweils doppelt. Das könnte ein Fingerzeig sein, dass die Pinguine trotz des zum Teil hohen Alters einiger Spieler besser aufgestellt sind als Dresden letzte Saison.
Motor der Haie stottert noch
Über die zwei gewonnen Punkte dürfte man in Köln nicht so richtig happy sein. Nach dem Dämpfer gegen Wolfsburg schenkte man gegen Frankfurt 12 Sekunden vor Ende der regulären Spielzeit den Dreier ab. Positiv ist nach wie vor der Zuschauerzuspruch: 34.306 Fans pilgerten zu den beiden Heimspielen am Wochenende. Nimmt man die Auftritte in der CHL, dann dürften die Haie auch in der Penny DEL bald wieder im oberen Tabellendrittel zu finden sein.
Iserlohn mit zwei knappen Niederlagen, Straubings Skarek noch nicht überzeugend, Schwenningen enttäuscht
Punktlos sind noch Iserlohn, Straubing und Schwenningen. Die Roosters verloren gegen Ingolstadt und in Bremerhaven mit jeweils einem Tor Unterschied. Im Powerplay hat das neu formierte Team der Sauerländer noch ordentlich Luft nach oben. Im Tor scheint Hendrik Hane Stammtorwart Andy Jenike in dieser Saison den Platz streitig machen zu können.

Apropos Torwart: Straubings neuer Schnapper Jakub Skarek konnte in Berlin und gegen Krefeld noch nicht voll überzeugen. Eine Fangquote von 86,15% spricht für noch viel Luft nach oben, aber auch für eine ungewohnt löchrige Abwehr.
Bei den Wild Wings aus Schwenningen kann man nach dem ersten Wochenende nicht zufrieden sein. Die 0:5 Heimpleite gegen Frankfurt war schon starker Tobak. Die 7:3 Niederlage in Augsburg sieht auf den ersten Blick knapper aus, als sie es war. Man lag nach 22 Minuten bereits 5:0 zurück. Wild Wings Headcoach Steve Walker kündigte an: „Wir müssen noch härter arbeiten“. Das deutet auf eine nicht so gemütliche Trainingswoche am Neckarsprung hin.
Das Gute an all diesen Momentaufnahmen: Es sind ja erst zwei Spieltage absolviert und in den kommenden 50 Spielen kann man alles noch deutlich korrigieren.
Über „Die Drittelpause“: In der sogenannten „Drittelpause“ greifen verschiedene Autoren aktuelle Themen auf und beziehen hier klar persönlich Stellung. Hierbei wird Nebensächliches zur Hauptsache gemacht und umgekehrt. Es wird gerne überspitzt, frech und vielleicht auch manchmal einfach nur „anders“ argumentiert und kommentiert. Mal laut, mal leise, mal mit einem Augenzwinkern und mal mit dem Dampfhammer oder in Satireform. „Die Drittelpause“ ist nicht zwingend neutral und ausgeglichen, sie ist die oft persönliche Meinung des Autors / der Autorin und soll Anlass zur Diskussion bieten

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