Iserlohn. (MK) Das hatte man sich dann schon ein bisschen anders bei den Iserlohn Roosters vorgestellt. Trotz zum Teil sehr starker Gegner ist man mit der Ausbeute von nur einem Punkt aus den ersten vier Spielen verständlicherweise nicht zufrieden.
Nun wartet am Donnerstagabend in der Mannheimer SAP-Arena mit den Adlern Mannheim das nächste Liga-Schwergewicht auf die Kufencracks vom Seilersee.
Klare Worte an die Mannschaft
Iserlohns Sportchef Franz-David Fritzmeier fand am Mittwoch auch klare Worte, die vor allem an die Spieler gerichtet waren.
Mit Rückblick auf die 4:0 Niederlage am Sonntag in Berlin erklärte er: „Wir dürfen nicht solche billigen Fehler machen und müssen mehr Schärfe haben, um die Dinge, die einem der Gegner gibt zu nutzen.“
Mit sehr kritischen Worten nimmt er sein Team in die Pflicht: „Da unten sitzen viele Spieler, die hohe Ansprüche haben. Wir wissen als Klub selbst, wo die Realität ist. Wir sind gerade ganz schwer in der Realität angekommen. Es gibt nichts geschenkt. Jeder muss mal in den Spiegel schauen. Wir hatten im letzten Jahr genau das Gleiche: Wenn ich Situationen nicht hart genug bearbeiten will, dann wird es nach hinten losgehen. Es geht nicht leicht in dieser Liga. Gegen Augsburg wäre vielleicht die Möglichkeit gewesen. Da haben wir erstmal ganz gut gespielt und der Gegner war natürlich auch nicht in der Kategorie Berlin. Aber dann atme ich zwei billige Gegentore ein und dann muss man sich schon fragen, ob wir alles getan haben?“
Keine systemtechnischen Fehler
Und weiter: „Es sind keine systemtechnischen Fehler. Es sind individuelle Fehler oder fehlende individuelle Bereitschaft dahin zu gehen, wo es weh tut und das eigene Spiel konsequent zu Ende zu spielen. Gespräche und Analysen gibt es immer und jeden Tag. Die Trainer arbeiten sich seit eineinhalb Jahren hier den Mund fusselig. Es hat auch dann irgendwann gut geklappt letztes Jahr. Wir sind davon ausgegangen, dass es nun schon mal ein bisschen schneller fluppt. Wieder abwarten wird nicht funktionieren. So gut sind wir nicht. Wenn wir das nicht tun, dann sind wir in der Realität. Wenn wir besser sein wollen, müssen wir den extra Schritt tun. Im Training wird das alles immer eingefordert. Und es wird im Training auch ganz gut gemacht. Aber Spiel ist Spiel und Training ist Training. Es fehlt dieser kleine Peak. Es haben sehr viele Spieler noch Luft nach oben.“
Kein Platz für Ausreden
Mögliche Ausreden möchte Franz-David Fritzmeier Seitens der Spieler erst gar nicht aufkommen lassen: “Es braucht sich kein einziger Spieler vor irgendwas verstecken. Das werde ich nicht zulassen. Ich werden ganz klar dagegensteuern. Jeder einzelne will noch was erreichen. Es besteht für jeden die Möglichkeit sich zu zeigen. Es sitzt keiner auf der Tribüne. Jeder hat die Möglichkeit und keiner muss nervös sein. Wir bauen keinen extra Druck auf.“
Ein Spieler fraglich, Umstellungen denkbar
Personell können die Roosters am Donnerstag fast aus dem Vollen schöpfen. Lediglich hinter einem nicht namentlich genannten Spieler steht noch ein Fragezeichen für das Mannheim-Spiel.
Fritzmeier kündigte an, dass man Umstellungen in den Reihen in Erwägung zieht.
Aufkommende Kritik an Andy Jenike ist störend

Eine weiteres Thema war Franz-David Fritzmeier ebenfalls wichtig anzusprechen. Die Rollenverteilung auf der Torwartposition ist so, dass Andy Jenike die etatmäßige Nummer eins ist und Hendrik Hane sich in der Rolle des Herausforderers befindet. Iserlohns Sportchef nimmt eine aufkommende Kritik an Torhüter Andy Jenike im direkten Umfeld wahr, bei der er ein Störgefühl hat. Dazu erklärte er: „Diese Respektlosigkeit gegenüber Andy Jenike werden wir unterbinden. Das schadet eher Hendrik Hane. Wir werden immer das Beste für die Mannschaft tun. Diese Strömungen helfen uns nicht weiter. Andy Jenike hat in Berlin nichts falsch gemacht. Vor dem Spiel hörte ich schon von Leuten, dass wir sowieso verlieren, weil ja Andy Jenike im Tor ist. Haben die vergessen, dass Andy Jenike dem Klub hier teilweise dem Klub den Arsch gerettet hat? Er hat jetzt zwei Spiele gemacht und jagen wir ihn jetzt am besten aus der Stadt? Hat Hendrik Hane beide Spiele gewonnen? Gefühlt ist das für mich fast wie so ein Rollentauch. Klingt so, als hätte Hendrik Hane hier schon acht Jahre lang die Kohlen aus dem Feuer geholt und Andy Jenike halt auch da ist und jeder fragt, warum spielt der überhaupt? Eigentlich müsste es andersrum sein. Wir brauchen beide. Warum ich das jetzt so bewusst sage, weil mich diese Stimmung gegen Andy extrem stört. Dieses Gelaber aus dem Umfeld stört mich, weil es auch letztes Jahr schon immer wieder so war. Ich finde, dass wir beide brauchen. Beide halten hoffentlich so gut wie möglich. Wenn einer dann mal viel besser ist, dann wird er wahrscheinlich auch mehr spielen.“
Und so darf man nicht nur gespannt sein, welcher Torhüter am Wochenende in den Spielen in Mannheim (Donnertags, 19:30 Uhr) und am Sonntag (16:30 Uhr) gegen Aufsteiger Krefeld zwischen den Pfosten steht, sondern viel mehr auch, ob die Spieler die deutliche Kritik auch in Taten umsetzen können.

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