Krefeld. (MR) Die Kölner Haie mussten in fremder Halle ein Heimspiel der CHL-Gruppenphase austragen, weil die Lanxess Arena belegt war – Fluch einer gut ausgelasteten Multifunktionsarena.
Von den eigenen organisierten Fans wurde dieser Ausweich-Austragungsort boykottiert: Man kann doch nicht im „Feindesland“ spielen. Und das dann „Heimspiel“ nennen! Trotzdem hatten immerhin etwas über 4500 Fans in Rot am 12. September 2026 den Weg in die Yayla Arena in Krefeld gefunden. Und diese konnten anschließend einen „Auswärtssieg“ der Haie feiern.
Ein paar Kuriositäten aus diesem Spiel gegen den KAC Klagenfurt – vor und hinter den Kulissen:
Dass Frederik Storm seinen Konter entlang der Bande lief und dabei von Herrn Schrader ausgebremst wurde – „Du kommst hier nicht vorbei“ –, geschenkt. Es passiert schließlich alle Tage, dass die Unparteiischen im Weg stehen, oder?
Dass der gebürtige Krefelder – genau genommen Tönisvorster – Marcel Noebels, in dieser Saison Neuzugang bei den Kölner Haien, im Topscorer-Trikot auflief und für seine zwei Beihilfen und ein eigenes Tor in der Yayla Arena von der Nordkurve frenetisch bejubelt wurde, erschien zunächst ebenfalls nicht ungewöhnlich.
Allerdings: Die Fans waren ja gar nicht die Gelb-Schwarzen, also die Pinguine, sondern die Rot-Schwarzen aus Köln!
Ehemaliger Meisterspieler und Nationalspieler
Dass ausgerechnet hier in Krefeld auf der Bank der Gäste Christoph Brandner als Co-Trainer stand, der auch einmal für die Pinguine gespielt hatte.
In einem Powerbreak fing die Kamera Brandner ein und zeigte ihn auf dem Würfel. Anschließend wurde die Krefelder Meisterfahne von 2003 eingeblendet.
Schade: Es war das falsche Publikum. Denn welcher Kölner Fan möchte sich schon so genau an die Krefelder Meisterschaft 2003 erinnern? Damals hatten die Haie im Finale den Kürzeren gezogen – und Brandner hatte sogar das Siegtor erzielt!
Leider hatte es Brandner wohl selbst nicht mitbekommen. Er nutzte das Powerbreak schließlich für das, wofür es eigentlich auf dem Eis gut ist: Anweisungen an seine Spieler.
Vier Dänen nach dem Spiel
Dass sich auf beiden Seiten jeweils zwei (ehemalige) dänische Nationalspieler gegenüberstanden, war dagegen zunächst weniger kurios: Frederik Storm und Patrick Russell auf Kölner Seite, Sebastian Dahm und Jesper Jensen Aabo beim KAC Klagenfurt.
Nach dem Spiel standen die vier allerdings noch lange und sichtlich gut gelaunt zusammen. Dass ausgerechnet diese vier ehemaligen Nationalmannschaftskollegen nach einer Partie in Krefeld noch ausgiebig miteinander zu plaudern hatten, war eine schöne Szene am Rande.
Die vorletzte WM des inzwischen 39-jährigen Dahm war übrigens in Helsinki 2022. Und wir sprachen mit ihm just an jenem Tag, an dem die Partie aufgrund eines Feueralarms in der Arena gefühlt ewig verschoben worden war.
Deutschkenntnisse ausbaufähig
Und dann war da noch die Pressekonferenz.
Klagenfurts Trainer Kirk Furey, Kanadier, gab sein Statement nach kurzer Rücksprache auf Deutsch ab. Anschließend meinte Kölns anwesender Co-Trainer Henrik Stridh, Schwede, sinngemäß, er müsse wohl an seinen Deutschkenntnissen arbeiten, um die Statements der gegnerischen Kollegen verstehen zu können.
Manchmal schreibt ein CHL-Spiel eben seine eigenen kleinen Geschichten – auch wenn es offiziell eigentlich nur um Eishockey geht.
Über „Die Drittelpause“: In der sogenannten „Drittelpause“ greifen verschiedene Autoren aktuelle Themen auf und beziehen hier klar persönlich Stellung. Hierbei wird Nebensächliches zur Hauptsache gemacht und umgekehrt. Es wird gerne überspitzt, frech und vielleicht auch manchmal einfach nur „anders“ argumentiert und kommentiert. Mal laut, mal leise, mal mit einem Augenzwinkern und mal mit dem Dampfhammer oder in Satireform. „Die Drittelpause“ ist nicht zwingend neutral und ausgeglichen, sie ist die oft persönliche Meinung des Autors / der Autorin und soll Anlass zur Diskussion bieten

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